Die Autoren


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Inhalt
Stadtentwicklung umfasst die räumliche, wirtschaftliche, fachübergreifend ganzheitliche Gesamtentwicklung der Stadt und wird durch einen aktiven politischen Gestaltungsprozess begleitet. Stadtentwicklungspläne und Konzepte, häufig mit einem zwanzigjährigen Zielhorizont ausgestattet, sind so etwas wie die Königsdisziplin der Planung, weil es um einen common sense zu Identitäts- und Zukunftsfragen der Stadtgesellschaft und deren siedlungsräumliche Konsequenzen geht. Stellt sich die Frage nach der Rolle von Kulturbauten, als konstituierende, städtische Infrastruktur, als Ausdruck kultureller Identität, als siedlungsprägende Impulsgeber und als stadtbildprägende Bauwerke.

Zum Autor Reiner Nagel
*1959, ist Architekt und Stadtplaner. Er hat ab 1986 zunächst in verschiedenen Funktionen auf Bezirks- und Senatsebene für die Stadt Hamburg gearbeitet, zuletzt ab 1998 in der Geschäftsleitung der HafenCity Hamburg GmbH. Seit 2005 war er Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für die Bereiche Stadtentwicklung, Stadt- und Freiraumplanung. Hier verantwortete er diverse Stadtentwicklungspläne und die Strategie Stadtlandschaft Berlin, die Projekte Süd-Ost Achse, Europacity/Heidestraße, IGA 2017 Berlin, die Nachnutzung des Flughafens Tegel sowie die Erarbeitung des aktuellen Stadtentwicklungskonzeptes Berlin 2030. Seit 1. Mai 2013 ist Reiner Nagel Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam. Reiner Nagel ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und des Bundes Deutscher Architekten. Er ist Mitglied im Kuratorium Nationale Stadtentwicklungspolitik und Lehrbeauftragter an der TU Berlin im Bereich Urban Design.

Inhalt
Mit der Elbphilharmonie hat Hamburg ein neues Wahrzeichen erhalten, das weltweit in seiner Erscheinungsform einzigartig ist. Ein architektonisches Meisterwerk, das fortan für alle Zeiten mit Hamburg verknüpft sein wird. Doch in den Jahren vor der Eröffnung mussten die an der Planung und dem Bau beteiligten Akteure mit vielen negativen Kritiken und Schlagzeilen umgehen: Sechs Jahre Bauzeitverzug und gut 500 Millionen Euro Mehrkosten gingen der feierlichen Eröffnung im Januar 2017 voraus. Worauf ist diese erhebliche zeitliche und finanzielle Fehlkalkulation zurückzuführen? Mit dieser Frage und mit einer sich aus den Fehlern in der Planung sowie in den ersten Baujahren ergebenden notwendigen Neuordnung des Großprojekts beschäftigt sich Barbara Kisseler in diesem Buchbeitrag. Aus diesen Fehlern leitet sie Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche Projektplanung und -umsetzung ab und geht auf die identitätsstiftende Bedeutung dieses Bauwerks für die Stadt Hamburg ein. Zum Abschluss gibt Barbara Kisseler einen Einblick in die künftigen Herausforderungen und Aufgaben der Elbphilharmonie, um sich stetig sowohl als „bestes Konzerthaus der Welt“ als auch als „offenes Haus für alle“ zu etablieren und präsentieren.

Zur Autorin Barbara Kisseler
*1949, ✝2016; war seit 2011 Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, im Mai 2015 wurde sie zur Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins gewählt. Von 1970 bis 1977 absolvierte sie ein Studium der Theaterwissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Pädagogik an der Universität zu Köln, anschließend arbeitete sie von 1977 bis 1978 als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschlandfunk, WDR sowie der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Von 1978 bis 1981 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kulturdezernat der Stadt Bonn. Zwischen 1982 und 1986 leitete sie das Kulturamt der Stadt Hilden, anschließend sieben Jahre das Kulturamt in Düsseldorf. Von 1993 bis 2003 war sie Abteilungsleiterin für Kultur im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, bevor sie 2003 als Staatssekretärin für Kultur zum Land Berlin wechselte. Dort wurde sie 2006 Chefin der Senatskanzlei, bis 2011 der Ruf nach Hamburg folgte.

Inhalt
Kulturimmobilien sind besonders – so ist auch eine besondere Prozessqualität in Entwicklung und Betrieb gefragt, sollen sie zu Leuchttürmen im Kulturbetrieb und Stadtbild werden.
Wir alle kennen Kulturbauprojekte, die euphorisch, abgestimmt und scheinbar budgetsicher gestartet sind, sich dann verloren in umbautem Raum und Zeit, unklaren Zuständigkeiten und ausufernden Kosten. Die Gefahr, vom Elbtraum zum Albtraum zu werden, ist groß. Und sie versteckt sich nicht nur in Neubauprojekten, sondern auch in Sanierungen. In unserem Beitrag machen wir uns Gedanken über die Besonderheiten von Kulturimmobilien und zeigen auf, was man von einer bei vielen Wirtschaftsunternehmen bewährten Vorgehensweise strategisch, planerisch und operativ lernen kann, damit man auf einem sicheren Weg „von der ersten Skizze“ zum „fertigen Bild“ kommt, das alle erfreut und inspiriert.

Zum Autor Andreas Leuchtenmüller
*1965, ist geschäftsführender Gesellschafter der M.O.O.CON GmbH in Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Wien und Waidhofen. Nach seinem Abschluss als Magister der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien war er in der Industrie tätig. Bereits in der Gründungsphase stieß er zu M.O.O.CON und war wesentlich am Aufbau des Beratungsunternehmens beteiligt. Seine Erfahrung und sein Wissen aus internationaler Projekttätigkeit fließt ein in Fachveranstaltungen zu den Themen Gebäudeentwicklung, -planung und -betrieb, Arbeitsplatz und Raumgestaltung sowie wertschöpfendes Corporate Facility Management.

Zum Autor Hauke Schlüter
*1962, Partner der Rhine Bridge Solutions GmbH und Vice President Marketing & Communications bei der EVOLUTIONIZER GmbH. Bis 06/2017 war er verantwortlich für Marketing und Unternehmenskommunikation bei der M.O.O.CON GmbH in Deutschland. Nach seinem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur am KIT/Universität Karlsruhe arbeitete er bei internationalen Beratungsunternehmen für Strategie und Branding/Kommunikation, war in der Leitung der Deutschen Auslandshandelskammer in London und bei einer Start Up-Beratung in Luxemburg.

Inhalt
Vorrangige Ziele für ein erfolgreiches Projektmanagement sind – unabhängig von der Immobilienart – Planungs-, Termin-, Kosten- und Qualitätssicherheit. Für die Realisierung der Immobilie ist die Erreichung dieser Ziele von existentieller Bedeutung. Nicht selten entstehen aber aus diversen Gründen sowohl Kosten- als auch Terminüberschreitungen.
Der Beitrag zählt die wesentlichen Erfolgsfaktoren im Rahmen des Projektmanagements auf und gibt Hinweise für deren praktische Umsetzung:

  • Phase 0 – Nutzeranforderungen und -bedarfsprogramm
  • Preconstruction-Phase
  • Projektteam und Dokumentation
  • Risikomanagement
  • Projektcontrolling
Kenntnis und Umsetzung der beschriebenen Erfolgsfaktoren tragen wesentlich zum Erreichen der Projektziele und damit zum Projekterfolg bei. Individuelle Randbedingungen und Einflussfaktoren, speziell bei hochkomplexen Kulturimmobilien, erfordern darüber hinaus große Erfahrung, hohes Engagement und erhebliche Disziplin der Beteiligten in der Projektabwicklung und der Vertragsgestaltung.

Zur Autorin Gabriele Willems
*1960, ist Diplom Ingenieurin und Architektin AKNRW und hat einen Masterabschluss im Business Marketing/Technischer Vertrieb. Sie war in verschiedenen Führungspositionen in der Baustoff- und in der Bauindustrie tätig. Seit dem 1.3. 2015 ist sie Mitglied des Bau- und Liegenschaftsbetriebs Nordrhein-Westfalen.

Zum Autor Henner Mahlstedt
*1953, studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität in Braunschweig. Von 1980 bis 2001 hatte Henner Mahlstedt diverse verantwortliche Positionen in der Strabag Hoch- und Ingenieurbau AG in Hamburg, Berlin und Köln inne, von 1997 bis 2001 als Mitglied des Vorstandes. Anschließend war er als Vorsitzender der Geschäftsführung für die Pegel & Sohn GmbH & Co KG in Berlin tätig, bevor er 2003 als Verantwortlicher für die Neuen Bundesländer in den Hochtief Konzern wechselte. 2005 wurde er in den Vorstand der Hochtief Construction AG in Essen bestellt, ab 2007 bis Ende 2010 stand er dem Unternehmen als Vorstandsvorsitzender vor. Anschließend wurde Henner Mahlstedt zum Vorsitzenden des Vorstandes der Hochtief Solutions AG in Essen bestellt. Von 2007 bis 2012 war er zudem Mitglied des Global Group Executive Committees der Hochtief AG. Darüber hinaus nahm er verschiedene Aufgaben in den Gremien des Verbandes der Deutschen Bauindustrie sowie dem deutschen Beton- und Bautechnik Verein wahr. Seit Mitte 2012 ist Henner Mahlstedt für Mahlstedt Consultants GbR tätig. Zudem ist er Mitglied in Gremien verschiedener Bauunternehmen sowie Dozent an der Westfälischen Hochschule.

Zum Autor Christian Otto
*1977, studierte in Aachen sowie in Coventry und schloss sein deutsch-britisches Studium der Betriebswirtschaftslehre als Diplom-Kaufmann ab. Nach Auslandsaufenthalten in den USA und England begann er seinen beruflichen Werdegang im Jahr 2001 bei einem börsennotierten Baukonzern. Dort war er als Senior Manager Strategic Projects für die Strategieentwicklung national/international sowie für die Produktentwicklung und Restrukturierungen zuständig. Bis heute ist er auch als MBA Dozent im Bereich Strategic Management tätig. 2009 wechselte Christian Otto in die Leitungsebene der Baulogistiktochter des Baukonzerns und war bis 2014 u.a. als Geschäftsführer für die österreichische Tochtergesellschaft verantwortlich. Er ist Gründer und Geschäftsführer der SiteLog GmbH und entwickelt gemeinsam mit Kunden individuelle Baulogistiklösungen.

Zum Autor Dirk Heisterkamp
*1970, hat nach seiner Ausbildung zum Bauzeichner und dem Studium zum Bauingenieur im Jahr 1998 die Baulogistik bei einer Tochtergesellschaft eines großen deutschen Baukonzerns mit angeschoben und dieses Geschäftsfeld auch bis 2014 verantwortet. Weiterhin hat er die Tochtergesellschaften in Österreich und Katar bei der Entwicklung der baulogistischen Dienstleistungen begleitet. Seit mehr als 15 Jahren ist er somit als Baulogistiker und Idealist der „ersten Stunde“ bei einer Vielzahl von Projekten involviert. Er ist in mehreren überregionalen Arbeitskreisen sowie als Dozent verschiedener Hochschulen aktiv und engagiert sich für die Weiterentwicklung der Baulogistik hinsichtlich des lean construction Ansatzes. Als Geschäftsführer und Gründer der SiteLog GmbH fokussiert er sich nun noch mehr darauf, Bauprozesse zu optimieren sowie Baubeteiligte zu beraten und zu begleiten.

Zum Autor Michael Vahlert
*1949, ist Senior Manager bei der ÖPP Deutschland AG. Er betreut Projekte im Bereich Hochbau mit dem Schwerpunkt Bundesprojekte. Zuletzt war er maßgeblich in die Projektsteuerung der ÖPP-Neubauprojekte „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ in Berlin sowie „Haus der Zukunft“ in Berlin eingebunden. Zuvor war der Architekt und Bauzeichner langjähriger Referent im Bundesministerium der Finanzen und im Bereich Bauhaushalt mit der Querschnittaufgabe haushaltsmäßige Anerkennung von Baumaßnahmen des Bundes betraut. Hierzu gehörten insbesondere die Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bonn-Berlin-Umzug und alle großen Maßnahmen des Bundes wie der Neubau des Bundesnachrichtendienstes in Berlin. Michael Vahlert war bis zu seinem Ausscheiden aus dem BMF an der Gestaltung der grundlegenden Regelungen für die Bundes- und Landesbauverwaltung beteiligt.

Zum Autor Peter-Roman Persch
*1970, Studium der Wirtschaftswissenschaften in Schweden, Argentinien, Deutschland und den USA; anschließend Promotion zum Thema Humankapitalbewertung an der Universität Potsdam. Herr Dr. Persch ist Mitglied der Geschäftsleitung der ÖPP Deutschland AG. Er verantwortet Projekte im Bereich IT/Dienstleistungen zu den Themen Strategie, Organisation und Sourcing-Modelle. Seine Schwerpunktmandate liegen in den Bereichen Mobilität und Verkehr, Dienstleistungszentren sowie öffentliche Kulturinstitutionen. Zuvor war Herr Dr. Persch mehrere Jahre in kaufmännischen und strategischen Führungsfunktionen bei verschiedenen IT- und Dienstleistungsunternehmen tätig.

Inhalt
Jedes Museum braucht ein Café, jedes Schloss sein Restaurant, Theater seine Bar, Gartenanlage ihre Glashausgastronomie... - realistische Erwartungen oder nur Wunschvorstellungen von Kulturverantwortlichen? Auf der überkommenen Annahme, dass in der Gastronomie immer viel Geld verdient würde, werden dann nicht selten Flächen verpachtet, die ohne Verluste nicht real zu bewirtschaften sind; private Gastronomen sollen mit innovativem Angebot und Design, mit höchster Dienstbereitschaft der Kultureinrichtung noch mehr Glanz und Akzeptanz verschaffen sowie zugleich schnell und günstig Erholung, Stärkung, Kommunikation bieten.
Wenn dies funktionieren soll, dann sind u.a. folgende Rahmenbedingungen zu schaffen:

  • separate, von den Kulturflächen unabhängige Zugänge, Toiletten, Nebenräume
  • Gastflächen innen an den Besucherstrom angekoppelt im Foyer, Eingang, Ausblick
  • Außensitzflächen mit kurzen Andienungswegen und attraktiver Lage
  • getrennte Räume für bewirtete Veranstaltungen
  • Einbindung in Programm und Marketing der Kulturinstitution
  • Crossmarketing
  • vertrauensvoller Austausch von Gäste- und Besucherzahlen
  • uvm.
Die Gastronomie in einer Kulturimmobilie sollte 50% aus externen Gästen und dabei mit der Bewirtung von Veranstaltungen nicht weniger als ¼ ihrer Einnahmen generieren. Sie braucht ein überlegtes Betreiberkonzept und nachhaltige Betreuung. Und faire finanzielle Rahmenbedingungen. Sonst droht regelmäßig Pächterwechsel, Leerstand, Imageverlust. Jede Kulturinstitution sollte genau prüfen (lassen), welche Gastronomiekonzepte in ihren Räumen, Flächen, Programmen wirklich nachhaltig funktionieren kann.

Zum Autor Ingo B. Wessel
*1962, studierte Betriebswirtschaftslehre und Organisationspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, München und dem King’s College in Halifax, Kanada. Seit 1985 als Unternehmensberater selbstständig, seit 1990 Spezialisierung auf Gastgewerbe und Tourismus. Lehrtätigkeit im Institut für Systemgastronomie e.V., Leader Club Academy und an der Fachhochschule München. Von 1998 bis 2001 Strategiepartner des DRV (Deutscher ReiseVerband), seit 2005 persönliches Mitglied im Leaders Club Deutschland AG. Zeitweise Mitglied im FIZZZ Redaktionsbeirat und der Jury des FIZZZ-Awards. Leitung von Beratungs- und Entwicklungsprojekten in Deutschland (13 Bundesländer), Österreich, Schweiz, Luxemburg, Palästina, Cuba, Kroatien, Dominikanische Republik, Malta. Schwerpunkt in den letzten 10 Jahren: Kultur-Immobilien, u.a. Gasteig München, Museumslandschaft Hessen Kassel, BMW Welt München, Staatstheater Stuttgart, Berliner Schloss Humboldtforum, Bundesgartenschau Koblenz 2011, Hamburger Kunsthalle, Schloss Schwetzingen, Schloss Bothmer Klütz. Autor verschiedener Publikationen zu Gastronomie-Management und Trendstudien, Gastbeiträge in Lehrbüchern, Fachzeitschriften und Unternehmensmedien.

Inhalt
Museumsbauten haben drei wichtige Funktionen zu erfüllen: als Schatzhäuser müssen sie Artefakte für zukünftige Generationen sicher verwahren. In technischer Hinsicht zählen sie darum, neben Krankenhäusern und Laboratorien, zu den Gebäudetypen mit den höchsten Anforderungen und Spezifikationen. Eine Architektur zu schaffen, die ein vernünftiges Maß an Technologie bedingt, das auch wirtschaftlich langfristig umsetzbar ist, zählt zu den großen Herausforderungen beim Entwurf eines Museums. Die zweite Hauptaufgabe besteht in der Präsentation der Sammlung: dafür soll die Architektur einen Raum schaffen, der gute Ausstellungen möglich macht und als Ort der persönlichen Begegnung zwischen dem Besucher und den Objekten und Bildern einen optimalen Rahmen bietet. Und nicht zuletzt muss ein Museumsbau ein Geschenk an seine Stadt sein: es muss die vorgefundene Situation verbessern und seine Umgebung mit dem kollektiven Geist der Kultur durchdringen. Es muss der Gemeinschaft Anknüpfungspunkte bieten, die zur Partizipation einladen. Die Diskussion über die Gestaltung eines Museums sollte darum bei seinem Verhältnis zu seiner Stadt ansetzen. Erst wenn die Räume, Strukturen und Oberflächen sowohl mit den den Inhalten als auch mit dem Kontext ein schlüssiges System bilden, kann man einen Museumsbau als wertvollen Beitrag zu unserer gemeinsamen Kultur begreifen.

Zum Autor Matthias Sauerbruch
*1955, ist Architekt, Gründungspartner von Sauerbruch Hutton. Von 1985 bis 1990 lehrte er an der Architectural Association School of Architecture, London. 1995 bis 2001 war er Professor an der TU Berlin, von 2001 bis 2007 Professor an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und anschließend Gastprofessor an der Harvard Graduate School of Design sowie der Universität der Künste Berlin. Matthias Sauerbruch ist Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, gehört dem Baukollegium Zürich sowie dem Kuratorium der Stiftung Bauhaus Dessau an. Er ist Honorary Fellow des American Institute of Architects. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, für die er 2011 bis 2013 die internationale Ausstellung Kultur:Stadt kuratierte.

Zum Autor Alexander Schwarz
*1967, ist Partner und Design Director bei David Chipperfeld Architects Berlin. Alexander Schwarz studierte Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Universität Stuttgart, nachdem er eine Ausbildung zum Geigenbauer abgeschlossen hatte. Seit 1996 ist er für David Chipperfeld Architects tätig, zunächst in London und seit 1998 in Berlin. 2006 wurde er einer der Geschäftsführenden Direktoren und 2011 Partner. Als Design Director ist er für den Entwurf zahlreicher Projekte und Wettbewerbe verantwortlich, beispielsweise für das Neue Museum und die James-SimonGalerie auf der Museumsinsel Berlin, das Literaturmuseum der Moderne in Marbach sowie das Museum Folkwang in Essen. Darüber hinaus verbindet Alexander Schwarz durch sein akademisches Engagement die Praxis und Forschung mit der Lehre. 2015 übernahm er den Lehrstuhl für ‘Öffentliche Bauten und Entwerfen’ an der Universität Stuttgart.

Inhalt
Seit zehn Jahren können die Museen in Deutschland weit über 100 Millionen Besuche jährlich verzeichnen. Museumsneubauten genießen eine gestiegene Beachtung in der internationalen Presse. Beides legt eine gesellschaftliche Aufwertung musealer Praxis nahe. Wie aber hängt das Museum und seine Architektur, das gezeigtevObjekt und der es umgebende Raum miteinander zusammen? Wie kann beides zu einer Einheit geführt werden, die nicht nur vielfältigen Besuchergruppen gerecht wird, sondern auch die gezeigten Inhalte stärkt? Wie kann in diesem Prozess die Offenheit der Institution Museum und damit ein kritischer öffentlicher Diskurs gefördert werden? Drei Fallbeispiele zeigen, wie Ausstellungen als Gesamtheit von Inhalt, Gestaltung und Raum gedacht werden können und welche Möglichkeiten diese Zielsetzung eröffnet.

Zum Autor Prof. Dr. HG Merz
*1947, Gründer von hg merz architekten museumsgestalter und mm+. Nach seinem Architekturstudium arbeitete und forschte er über alternative Bauansätze und experimentelles Bauen in Deutschland und den USA. Von 1993 bis 2007 Professur für Ausstellungsgestaltung und Visuelle Kommunikation an der Hochschule Pforzheim, von 2008 bis 2014 Professur für Entwerfen und Experimentelles Gestalten an der Technischen Universität Darmstadt. Seit 2013 Vorsitzender des Universitätsrates der Bauhaus Universität Weimar. Seine Büros in Stuttgart, Berlin und Hong Kong sind auf Ausstellungs- und Museumsgestaltung sowie visuelle Kommunikation und Medienplanung spezialisiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Restaurierung und Instandsetzung historisch bedeutender Bauwerke.

Zum Autor Dr. Pablo von Frankenberg
*1984, studierte Empirische Kulturwissenschaft und Soziologie. Promotion über die Internationalisierung der Museumsarchitektur mit Forschungsaufenthalten in England, den USA, China und am Arabischen Golf. Er war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg. Nach Abschluss der Promotion 2012 Volontariat bei Kultur Ruhr GmbH/ Urbane Künste Ruhr. 2013 – 2019 Creative Director bei hg merz architekten museumsgestalter/mm+. Seit 2019 freier Kurator, Museumsberater und Architekturforscher.

Inhalt
Museen haftet in der Öffentlichkeit noch immer der Anstrich des Statischen, Unveränderlichen an. Ein Eindruck, der vor allem durch die sogenannte permanente Schausammlung hervorgerufen wird. „Bewegung“ steht hingegen weniger im Fokus des Interesses. Dies erklärt, warum der Frage nach der Komplexität raum-zeitlicher Bewegungsphänomene zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei handelt es sich um eine vielschichtige Konstellation geistiger, psychischer, physischer, logistischer und technischer Bewegungen. Alle diese materiellen und immateriellen Phänomene hängen mehr oder weniger eng zusammen, bestimmen oder begrenzen Möglichkeiten, beeinflussen Entscheidungen, erwecken positive und negative Empfindungen, prägen Verhaltensweisen und bestimmen Kommunikationsprozesse. Luft wird in riesigen Mengen in voluminösen Rohrleitungen durch das gesamte Gebäude bewegt. Sammlungsobjekte müssen unter logistisch effizienten, barrierefreien Bedingungen schonend von der Anlieferung zu den Ausstellungsräumen, Depots oder zur Restaurierung bewegt werden. Die Schaffung bestmöglicher Voraussetzungen für die physische, psychische und nicht zuletzt intellektuelle Bewegung der Besucherinnen und Besucher stellt vielfältige Anforderungen an Planung und Betrieb des Museums. Aber auch Bewegungsmelder, Sicherheitskameras, Rauchmelder und Fluchttreppenhäuser gehören in die Liste der „bewegenden" Fragen der Museumsplanung, deren Einfluss auf Raumästhetik und Gebäudestruktur nicht unterschätzt werden sollte. Diese unterschiedlichen Bewegungsphänomene stehen in vielfältigen Abhängigkeitsverhältnissen. Welche Zielkonflikte inhaltlicher, formaler, räumlicher, funktioneller und finanzieller Natur können daraus resultieren?

Zum Autor Dr. Dieter Bogner
*1942, Kunsthistoriker, Universitätsdozent, Ausstellungskurator, Museumsplaner. 1989 Konzept für das Museumsquartier Wien, von 1990 bis 1994 Geschäftsführer der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft Wien. 1994 Gründung der Firma bogner.cc (seit 2017: bogner.knoll), die sich international museologischen Fachplanungen für Museumsneubauten bzw. der Modernisierung von Museumsaltbauten und Neuaufstellung von Sammlungen, der Konzeption von Medienprojekten für Museen, dem Kuratieren von Ausstellungen und der Erarbeitung von Machbarkeitsstudien und Kulturentwicklungsplänen widmet, sowie als Partner von Architekturbüros an Wettbewerben für Museumsneu- bzw. umbauten teilnimmt. Bogner ist Stifter der Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung Wien und Autor zahlreicher Publikationen zu Architektur und Moderner Kunst. Gemeinsam mit Gertraud Bogner widmet er sich dem Aufbau einer Privatsammlung moderner und zeitgenössischer Kunst und leitet den Kunstraum Buchberg, Schloss Buchberg am Kamp.

Inhalt
Für die Entstehung einer Kulturimmobilie bedarf es der Affinität zur Kunst und Kultur, des Fingerspitzengefühls für die Gestaltung und den Bau der Räume, in der sie stattfindet – und nicht zuletzt eines stringenten Kostenmanagements. (Klaus Wolff)
Pünktlich zum Start des Kulturhauptstadtjahres 2010, in einer Zeitspanne von nur 40 Monaten, wurde der anspruchsvolle Museumsneubau realisiert und an die Stadt Essen übergeben. Eine kurze Spanne für ein Vorhaben dieser Relevanz und Dimension – und ein Musterbeispiel für eine erfolgreiche Projektabwicklung und Realisierung eines kommunalen Kulturbaus. Ein Sonderfall in der Verwirklichung einer Kulturimmobilie ist das Folkwang Museum insoweit, als die Neubau Museum Folkwang Essen GmbH (NMFE), ein Tochterunternehmen der WOLFF GRUPPE Holding GmbH, sowohl Bauherrenfunktion als auch die Projektsteuerung zur Umsetzung des Museumsentwurfs von David Chipperfield Architects, London/Berlin übernahm. Die NMFE bediente sich hierbei der WOLFF GRUPPE-Töchter PLAN FORWARD GmbH für die LPH 5 – 7 und W+P Gesellschaft für Projektabwicklung mbH für die Projektsteuerung und die LPH 8.
Klaus Wolff, Inhaber und Geschäftsführer der Stuttgarter WOLFF GRUPPE Holding GmbH, erläutert die umfassende Projektsteuerung sowie das private Bauherrenmodell, die als Erfolgsfaktoren für die budget- und zeitgerechte Realisierung gelten.

Zum Autor Klaus Wolff
*1959, Unternehmensgründer und geschäftsführender Gesellschafter der WOLFF GRUPPE Holding GmbH mit Sitz in Stuttgart und einem Büro in Essen. Mit Beginn der 1980er bis zum Ende der 1990er Jahre war der Projektsteuerer bei einem der großen Planungs-, Bauleitungs- und Projektsteuerungsbüros in Deutschland tätig. Während dieser Zeit wickelte er zahlreiche Großprojekte ab, u.a. Unikliniken, Warenhäuser und Banken. 1998 gründete Klaus Wolff die W+P Gesellschaft für Projektabwicklung mbH. Mit zwei Mitarbeitern begonnen, wuchs innerhalb weniger Jahre ein rund 70-köpfiges Team heran. Mit der WBP Planungsgesellschaft mbH, nach ihrer Umfirmierung die heute bekannte PLAN FORWARD GmbH, hielt im Jahr 2000 die Architektur Einzug in das Unternehmen. Nach der Gründung der WOLFF GRUPPE Holding GmbH im Jahr 2009 folgten weitere Tochterunternehmen, u.a. die W+P Consulting GmbH, die F/M Facility Management GmbH und die Wolff ImmoDevelopment GmbH. Heute ist die Unternehmensgruppe mit einem umfassenden Angebot national und international im Bauwesen tätig.

Inhalt
In den Kanon der Kernaufgaben eines Museums sollte über das Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln hinaus auch das Betreiben aufgenommen werden. Schließlich gibt die wirtschaftliche Lage jeder Kultureinrichtung den Rahmen für die inhaltliche Arbeit vor. Der kaufmännische Part sollte daher nicht als fünftes Rad am Wagen, sondern als zentraler Bestandteil der Aufgaben gewertet werden. Eine professionelle Ausbildung auch für die Managementaufgaben geht damit einher. Die Betrachtung richtet sich auf zentrale Bausteine des Betriebs wie Architektur, Rechtsform, Auswahl und Qualifikation des Managements, Personalfragen und eine Gesamtstrategie. Abschließend werden Partnerschaftsmodelle als mögliche Alternative zu herkömmlichen Wegen vorgestellt.

Zum Autor Sebastian Schwarzenberger
*1966, Studium Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte (Magister Artium) in Berlin. Seit dem Studium ist er als Autor und Redakteur tätig, u.a. für Bücher, Künstlerkataloge und Zeitschriften wie die Kunstzeitung, artery berlin und Museum aktuell. Von 2009 bis 2011 war er zudem Vertriebsleiter Deutschland und Niederlande im Bereich Audioguides/Apps bei Acoustiguide, von 2011 bis 2019 Key Account Manager Kulturorganisationen bei der Dussmann Group, die u.a. in Kultureinrichtungen Servicegesellschaften mit aufbaut und führt. Er ist Mitglied im Deutschen Museumsbund und im Deutschen Presseverband.

Zum Autor Prof. Jörg Friedrich
*1951, ist seit 1982 Freier Architekt mit Architekturbüros in Hamburg und Genua.
Projekte und Entwürfe:
Stadttheater Amberg; Kraftwerk Mitte, Dresden; Theater Erfurt; Schauspielhaus Düsseldorf; Städtische Bühnen Frankfurt am Main; Stadttheater Gütersloh; Schauspielhaus Nürnberg; Theaterhaus Stuttgart; Mainfrankentheater Würzburg sowie weitere Kulturprojekte in Deutschland, Italien, Österreich, Polen und in der Schweiz.
Professuren und Lehrtätigkeiten in Genua, Hamburg, Hannover, Mendrisio und Rom.
Architektur- und Kunstpreise, u.a.:
1984 Förderpreis für junge Künstler, NRW; 1988 "Villa Massimo Rom-Preis der BRD"; 1994 Staatspreis Thüringen. 1996 Berufung in die Freie Akademie der Künste, Hamburg. 2017 Sächsischer Staatspreis; 2006 - 2020 Juryvorsitzender zum "Fritz Schumacher Preis", Hamburg
Ausstellungen:
Venedig, Architekturbiennale; Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum; Rotterdam, Nederlands Architectuurinstituut; Hamburg, Kunsthalle; Hannover, Kestner-Gesellschaft
Publikationen:
"Jörg Friedrich - pfp architekten: Theaters "; Berlin 2011; Jörg Friedrich und andere :"Refugees Welcome - Beiträge zu einer menschenwürdigen Architektur"; Berlin 2017

Inhalt
Die Akustik von Aufführungsräumen ist noch immer eines der kontrovers diskutierten Themen in der Fachwelt. Der subjektive Höreindruck löst bei jedem Menschen unterschiedliche Empfindungen aus, objektive raumakustische Kriterien sind für Musikdarbietungen wesentlich schwieriger zu interpretieren als z. B. die Wortverständlichkeit bei Sprachräumen. Auch viele andere Einflussfaktoren, wie beispielsweise die Saalgröße, die Saalform sowie die Raummaterialien, prägen die subjektive Urteilskraft eines akustisch guten Raumes. Und nicht zuletzt sind die Qualität der Musiker, die in diesen Räumen auftreten, und eigene persönliche Befindlichkeiten zu berücksichtigen. In diesem Buchbeitrag wird das Rätsel um die gute Akustik von Räumen beschrieben und etwas gelüftet.

Zum Autor Prof. Karlheinz Müller
*1941, nahm ab 1962 verschiedene Aufgaben im Beratungsbüro Prof. Lothar Cremer/Müller wahr. Seit 1973 war er beratend und planerisch im Ingenieurbüro Müller-BBM GmbH in Planegg bei München tätig. Ebenfalls wurde er 1973 Gesellschafter der Müller-BBM Holding AG (bis 01/2009 Müller BBM VuB GmbH). Seit 1978 übernahm er die akustische Planung und Beratung vieler nationaler und internationaler Konzert- und Opernhäuser. Neben den Planungen von Kulturbauten arbeitete er auch bei vielen Produktions- und Sendestudios verschiedener Rundfunkanstalten mit. Ferner unterstützt er regelmäßig diverse Festspiele bei akustischen Fragen, so z. B. Bayreuth, Baden-Baden, Bregenz, Salzburg, Grafenegg sowie die Ruhr-Triennale. Neben diesen Tätigkeiten übernahm Herr Karlheinz Müller 1993 die Professur für Akustik an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Seit 2010 ist er als freier Mitarbeiter beim Ingenieurbüro Müller-BBM GmbH sowie als selbstständiger Berater tätig.

Zur Autorin Petra Nies
*1961, ist seit 1988 als beratende Ingenieurin auf den Gebieten der Thermischen Bauphysik sowie der Bau- und Raumakustik im Ingenieurbüro Müller-BBM GmbH in Planegg bei München tätig. 1991 wurde sie Gesellschafterin der Müller-BBM Holding AG (bis 01/2009 MüllerBBM VuB GmbH). Von 1996 bis 1998 war sie Koordinatorin für den Geschäftsbereich Bau, bevor sie sich anschließend bis zum Jahr 2000 in Elternzeit befand. Seit 2001 betreut sie bei MüllerBBM als Projektleiterin Kunden national und international schwerpunktmäßig auf den Gebieten der Bau- und Raumakustik. Neben der Beratung einer Vielzahl von Musikproberäumen, Musikschulen und -hochschulen sowie Museen umfasst ihr Portfolio auch Plenarsäle, Theaterbauten, Musicalhäuser und Konzertsäle.

Inhalt
Im Fokus öffentlicher Debatten um Neubau- und Sanierungsprojekte von Konzertsälen stehen meist nur die Höhe der Bau- bzw. Sanierungskosten. Zentraler sind jedoch die jährlich wiederkehrenden Betriebs- und Instandhaltungskosten. Werden Neubau- und Sanierungsprojekte nicht sorgfältig geplant, können später hohe finanzielle Belastungen für Stadt und Land sowie unnötige Sanierungs- und Umbauarbeiten entstehen. Um dies zu vermeiden, müssen das Veranstaltungsangebot auf die Markt- und Wettbewerbssituation und das architektonische Raumkonzept auf die Nutzerbedarfe angepasst werden. Zudem sollten sich Kosten- und Einnahmen an realistischen Angebots- und Auslastungsprognosen orientieren.
actori zeigt schrittweise, wie der Bau eines Konzertsaals zu planen ist, um ihn auf seine Nutzung anzupassen und den Zuschuss realistisch kalkulieren zu können. Entscheidende Schritte bilden hierbei die Bestimmung eines Nachfragepotenzials, die Durchführung einer Angebots- und Wettbewerbsanalyse, die Erstellung eines Raumkonzepts, die Ermittlung eines Business Case sowie die Identifikation eines geeigneten Betreibermodells.

Zum Autor Prof. Maurice Lausberg
*1973, ist Diplom-Physiker und studierte an der Universität München sowie der École Normale et Supérieure in Paris. Nach einer mehrjährigen Beratungstätigkeit für Roland Berger & Partner war er Produktionsmanager an der Bayerischen Staatsoper und baute dann den Bereich Development/Sponsoring auf. Seit 2005 ist Maurice Lausberg Geschäftsführender Gesellschafter der actori GmbH, die u.a. Kunden aus den Bereichen Kultur, Bildung, Unternehmen und Entertainment berät und vermarktet. Im Oktober 2009 übernahm er zudem die Leitung des Instituts für Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Theater München.

Zur Autorin Marietta Taegener
*1986, studierte Betriebswirtschaftslehre und Romanistik in Mannheim und Córdoba, Argentinien. Sie arbeitet als Consultant mit Spezialisierung auf Kulturinstitutionen bei der actori cee GmbH. In diesem Rahmen war sie an der Erstellung mehrerer Beratungskonzepte für Neubauten von Konzertsälen beteiligt, darunter Projekte zum Neubau des Konzertsaals in Nürnberg und in München sowie zu den Neubauplänen des Festspielhauses in Bonn.

Inhalt
Mehrspartentheater sind komplexe Unternehmen mit einem hochgradigen Organisationsbedarf. Dies gilt insbesondere für die Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP), unter deren Dach fünf Sparten zusammengefasst sind: Oper, Schauspiel, Ballett, Orchester und, einmalig in Deutschland, ein Konzerthausbetrieb. Rund 1000 Veranstaltungen organisiert die TUP in diversen Spielstätten – wobei das Aalto-Theater des finnischen Architekten Alvar Aalto, die Philharmonie Essen und das Grillo-Theater, das Ende des 19. Jahrhunderts als einer der ersten Theaterbauten des Ruhrgebiets eröffnet wurde, die architektonischen Aushängeschilder des Unternehmens darstellen. Die Einbeziehung weiterer kleinerer Bühnen, eines großen Werkstadtkomplexes neben speziellen kleineren Werkstätten erhöht die Komplexität der Planungsvorgänge und der Logistik.
Der Beitrag „Konzentration, Kooperation, Koordination: die TUP als komplexer Theater- und Konzertbetrieb“ in der vorliegenden Publikation „Die Kulturimmobilie: Planen – Bauen – Betreiben“ thematisiert die oben genannten Problemstellungen und gibt einen Einblick in die Organisationswelt eines großen Theaterbetriebs. Unternehmensstruktur, Spielplangestaltung, Kommunikation, Corporate Design, Grundzüge der Finanzierung sowie Fragen von Nachhaltigkeit und Ökologie werden behandelt. Der Leser lernt die Abläufe eines Mehrspartenhauses kennen und erlebt das Thema Kulturimmobilie aus der Betreiber-Perspektive.

Zum Autor Berger Bergmann
*1962, aufgewachsen in Dortmund und Krefeld. Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Während der Referendarzeit am Kammergericht Berlin, der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, der Akademie der Künste Berlin und am Staatstheater Weimar tätig. Von 1994 bis 1995 Koordinator der Ausstellung „Moskau-Berlin, Berlin-Moskau“ bei der Berlinischen Galerie, 1995 bis 2007 Geschäftsführender Direktor des Konzerthauses Berlin. Seit 2008 Geschäftsführer der Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) und damit verantwortlich für die fünf Sparten Schauspiel Essen, Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Essen, Essener Philharmoniker und Philharmonie Essen. Herausgeber verschiedener Bücher zur Architektur und Kulturgeschichte.

Zum Autor Christof Wolf
*1969, Studium der Kommunikationswissenschaften, Psychologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in München und Essen. Während und nach der Studienzeit freie Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen und Magazinen. 2000 bis 2002 Volontariat bei der Neuen Ruhr / Neuen Rhein Zeitung (NRZ). Anschließend sechsmonatiger Aufenthalt in Namibia und Südafrika als Stipendiat der Heinz Kühn-Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 2003 bis 2010 Redakteur der NRZ. Von 2010 bis 2016 Leitung der Unternehmenskommunikation der Theater und Philharmonie Essen (TUP), zu der die fünf Sparten Schauspiel Essen, Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Essen, Essener Philharmoniker und Philharmonie Essen gehören. Seit Juli 2016 ist er Referent für Kunst und Kultur bei der Stiftung Zollverein in Essen.

Inhalt
Der Buchbeitrag befasst sich mit den praktisch umgesetzten Betriebskonzepten der bedeutenden Kulturimmobilen der Stadt Essen. Sie werden in einem Verbund kommunaler Unternehmen der GVE-Gruppe gebäudetechnisch betrieben und erhalten. Dabei geht die GVE über die typischen infrastrukturellen, technischen und kaufmännischen Themenbereiche des Facility Managements hinaus und unterhält unter anderem eine eigene veranstaltungstechnische Abteilung, die liegenschaftsübergreifend eingesetzt wird. Liegenschaftsübergreifende Teams und fest im jeweiligen Gebäude verankerte Abteilungen werden gleichermaßen benötigt und den Anforderungen entsprechend organisiert. Dabei ist die Betreuungstiefe und Komplexität der Liegenschaft unter technischen, infrastrukturellen und logistischen Aspekten ausschlaggebend für die Entscheidung, ob die örtliche Verankerung des Teams in der jeweiligen Kulturimmobilie richtig, oder eine liegenschaftsübergreifende Organisation die bessere Wahl ist.
Die enge Verzahnung mit der Organisation des kulturellen Nutzers ist in jedem Falle unerlässlich. Grundsätzlich ist der Unterstützungsgrad für das kulturelle Kerngeschäft des jeweiligen Nutzers der Kulturimmobilie sehr unterschiedlich, daher passt die GVE die Organisation des Gebäudebetriebs immer genau auf die jeweilige Nutzung der Immobilie an; die Musterorganisation nach den Grundsätzen des Facility Managements ist jedoch immer die Basis. Wie all dies z.B. im Opernhaus, Schauspielhaus, Konzerthaus oder Museum in Essen ausgestaltet ist, kann dem Beitrag entnommen werden.

Zum Autor Thorsten Steinmann
*1979, leitet nach dem Studium der Theater- und Veranstaltungstechnik in Berlin, einer Tätigkeit als Planungs- und Projektingenieur und nach über 10 Jahren praktischer Tätigkeit im technischen Veranstaltungswesen, seit 2009 den Bereich Facility Management der städtischen GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH. Dazu gehören unter anderem der technische Gebäudebetrieb und der Veranstaltungsbetrieb in unterschiedlichen Essener Liegenschaften, insbesondere Kulturimmobilien Sonder- und Versammlungsbauten. Seit 2020 ist Herr Steinmann Leiter des Ressorts Facility Management und Prokurist bei der Immobilien Management Essen GmbH (IME).

Inhalt
Häufig erfordert der organisatorische Rahmen in Kulturbetrieben, das Zusammenspiel zwischen Verwaltungen und technischen Abteilungen und die Vorgaben der zuständigen Behörden eine höhere Aufmerksamkeit und mehr Zeit als die eigentliche Umsetzung einer Sanierungs-Maßnahme. Durch unsichere oder sogar ungewisse Rahmenbedingungen fällt es schwer, bei Projekten ins konkrete Handeln zu kommen. Zudem werden Umsetzungen energie-effizienter Maßnahmen erschwert, wenn sich im Betrieb niemand „den Hut“ für solche Projekte aufsetzt und das Budget für Energie nicht bei den Technischen Direktionen verantwortet wird, wodurch bei diesen wenig Anreize für die Durchführung von Energie-Effizienzmaßnahmen geschaffen werden, da erzielte Einsparungen irgendwo im Haus versanden.
In solchen Situationen ist eine ausgewogene Balance zwischen einem strukturierten (kausalen), klassischem Management und einer mittelorientierten Vorgehensweise („Effectuation“) sinnvoll, je nachdem, wie risikobehaftet, unsicher oder ungewiss ein Projekt empfunden wird. Hilfreich sind darüber hinaus „schlagkräftige“ Strukturen innerhalb des Betriebes.
Anhand vieler Umsetzungs-Bespiele beschreiben die beiden Autoren, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sie mit diesen Ansätzen als Geschäftsführerin und als Technischer Leiter an der Laeiszhalle und bei Kampnagel in Hamburg erfolgreich umsetzen konnten.

Zur Autorin Tessa Beecken
*1966, studierte Betriebswirtschaft in Hamburg, Köln und Mailand und war von 1991 bis 1996 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisationstheorie an der Universität zu Köln. Nach ihrer anschließenden Tätigkeit als Chefdisponentin und stellvertretende Intendantin am Theater Aachen leitete Tessa Beecken von 2000 bis 2008 als kaufmännische Geschäftsführerin die Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH und von 2009 bis 2013 als Geschäftsführerin und Betriebsdirektorin die Elbphilharmonie und Laeiszhalle Service GmbH in Hamburg. Seit 2013 berät Tessa Beecken Unternehmen insbesondere in Fragen der Struktur- und Teamentwicklung. In der Beratungstätigkeit verbindet sie ihre praktische Erfahrung aus der Führungsverantwortung im Kulturmanagement mit ihrer fundierten Basis aus wissenschaftlicher Lehrtätigkeit sowie absolvierten Ausbildungen zum systemischen Coach und zur systemischen Teamentwicklerin. Seit September 2015 ist Tessa Beecken kaufmännische Direktorin des Theaters der Stadt Freiburg.

Zum Autor Lars Wilcken
*1969, ist Diplom-Ingenieur für Medienbetriebstechnik, Europäischer Energiemanager, Business-Coach und -Trainer im Betrieblichen Umweltschutz. Er ist zudem Gesellschafter des iuct: Institut für Umwelt, Coaching & Training. Von 2000 bis 2009 war er Technischer Leiter bei Kampnagel Internationale Kulturfabrik, von 2009 bis 2013 Technischer Leiter der Elbphilharmonie & Laeiszhalle Service GmbH. Seit 2012 bietet Lars Wilcken Beratungen und Seminare zur Umsetzung von energie-effizienten Maßnahmen, zum Betrieblichen Umweltschutz in Unternehmen, zur Entwicklung einer nachhaltigen Produktund Unternehmensausrichtung und zur Konzeption von Green Meetings und nachhaltigen Veranstaltungen an. Seit 2015 führt er mit dem iuct: die Umweltmanagementprogramme „ÖKOPROFIT®“ und „QuB – Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe“ in Hamburg durch. Darüber hinaus unterstützt er mit seinen langjährigen Erfahrungen in der Team- und Projektleitung die zielgerichtete Führung von Mitarbeitern, von Teams, Projekten und von Veränderungsprozessen in Betrieben.

Inhalt
Kulturhäuser müssen mehr als irgendein Baustein im Stadtgefüge sein. Sie müssen einen hohen Anspruch an integrativem und identitätsstiftendem Mehrwert haben und müssen einen offenen, schwellenfreien, vernetzenden Raum im Stadtgefüge schaffen. Der Beitrag berichtet am Beispiel des Bildungshauses Wolfsburg darüber, wie dieses Ziel mit intensiver, mutiger und innovativer Bürgerbeteiligung bei der Konzeption der Inhalte, bei der Findung der städtebaulichen Lage bis hin zum Architekturwettbewerb gelingen kann.

Zum Autor Monika Thomas
*1958, ist Architektin und Stadtplanerin. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin und freiberuflich, bis sie ab 1986 als Stadtplanerin in der Stadtverwaltung Lehrte (ehem. Landkreis Hannover) und dann 1988 als Leiterin des Stadtplanungs- und Hochbauamtes nach Lingen an der Ems wechselte. 1990 wurde sie Baudezernentin der Stadt Seelze und 1994 wurde sie dort zur Stadtbaurätin und Ersten Stadträtin gewählt. Von Januar 2003 bis September 2016 war Monika Thomas Stadtbaurätin der Stadt Wolfsburg. Seitdem ist sie Leiterin der Abteilung "Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten" beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Sie ist Mitglied im Bauausschuss des Deutschen und Niedersächsischen Städtetages, im Bund Deutscher Architekten (BDA), in der Deutschen Akademie für Städtebau (DASL) und der Vereinigung der Stadt- und Regionalplaner (SRL). Sie engagiert sich für innovative Planungsmethoden und Bauprojekte, wie auch für die Weiterentwicklung der Planungs- und Baukultur in den Städten.

Inhalt
Der Kölner Architekt Walter von Lom, der u.a. die Stadtbücherei in Nettetal (1989), die Stadtbibliothek (Umbau Gildehof-Center 1999) in Essen und die Bibliothek des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel (2001) gebaut hat, erläutert in fünf Kapiteln die wesentlichen Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung der Kulturimmobilie Bibliothek: 1. Entwicklung und Funktion von Bibliotheken, 2. Programm, Standort und Kostenberechnung für den Bibliotheksbau, 3. Architekturwettbewerb, 4. Planungsprozesse und 5. Bibliotheken vereinen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Interessen. Dazu spannt er einen Bogen von den Vorgängern der öffentlichen Bibliotheken in Deutschland, die erst Anfang des 19. Jahrhunderts eingerichtet wurden, wie z.B. die Stiftsbibliothek des Benediktinerklosters Admont (1776) bis zu den wegweisenden Bibliotheksbauten für das 21. Jahrhunderts am Beispiel des Rolex Learning Center der japanischen Architekten Sanaa in Lausanne (2010). Mit dem Beginn des sogenannten digitalen Zeitalters verändert sich nicht nur das Lern- und Leseverhalten, sondern es bringt darüberhinaus auch neue Möglichkeiten der Aufbewahrung und Speicherung von Wissen. Die kontemplative Arbeitsatmosphäre von Bibliotheken wird ergänzt durch eine starke kommunikative Komponente. Bibliotheken sind im besten Fall auch Teil des öffentlichen Raums und spiegeln kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte wider.

Zum Autor Walter von Lom
*1938, 1966 Diplom an der RWTH Aachen, anschließend Mitarbeit im Büro Prof. Schürmann, Köln. 1972 gründete er sein eigenes Architekturbüro in Köln. Im Zentrum seiner architektonischen Arbeit stehen Sozial- und Kulturbauten, die durch den konsequenten Bezug aus ihrem Umfeld heraus gestaltet sind. Zu den wichtigsten Arbeiten gehören u.a. das Bergbaumuseum in Mechernich, die Bibliothek des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel, das Europäische Bildungszentrum für Wohnungswirtschaft in Bochum und die Marktplatzgestaltung in Lemgo. Er gewann zahlreiche Architekturwettbewerbe und erhielt viele Architekturpreise, u.a. den DEUBAU Preis und den Architekturpreis Nordrheinwestfalen. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Bundesstiftung Baukultur, war langjähriges Mitglied des Gestaltungsbeirats Köln und ist heute Vorstandsmitglied des AFR Architekturforum Rheinland, des Baukunstarchivs NRW und des UAA Ungers Archiv für Architekturwissenschaft. Regelmäßige Teilnahme als Jurymitglied nationaler und internationaler Architekturwettbewerbe runden sein architektonisches Engagement ab.