Pressespiegel

Teure Havarie: Brandenburger Theater bis Ende des Jahres nicht nutzbar

By 6. August 2026August 10th, 2026No Comments

Im Brandenburger Theater wird von Oktober bis Dezember eine neue Klimaanlage installiert. Das Große Haus ist seit der Havarie im Dezember 2025 nicht nutzbar. Trotz Versicherungsleistung kommen auf die Stadt Zusatzkosten von mindestens einer Million Euro zu.

Auslöser der umfangreichen Sanierungsarbeiten war eine Havarie an der Sprinkleranlage im Dezember 2025. Nach Wartungsarbeiten liefen rund 50.000 Liter Wasser in das Gebäude und beschädigten den Zuschauerraum, den Orchestergraben sowie Teile der Unterbühne erheblich. Zwar konnten die Trocknungsarbeiten inzwischen weitgehend abgeschlossen werden, dennoch macht das Schadensereignis umfangreiche bauliche und technische Erneuerungen erforderlich. Das Große Haus bleibt deshalb voraussichtlich bis Ende 2026 für den Spielbetrieb geschlossen.

Im Zuge der Sanierung werden nicht nur die unmittelbaren Schäden beseitigt, sondern auch notwendige Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen insbesondere der Einbau einer neuen Klimaanlage sowie erstmals einer Fußbodenheizung. Bislang wurde das Gebäude über die Lüftungs- und Klimaanlage beheizt – ein System, das nach Angaben des kommunalen Gebäude- und Liegenschaftsmanagements den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt und dauerhaft überlastet war. Durch die Kombination aus Schadensbeseitigung und technischer Erneuerung soll die Betriebssicherheit des Theaters langfristig verbessert werden.

Ein Großteil der Kosten für den eigentlichen Wasserschaden wird von der Versicherung der Wartungsfirma übernommen. Dennoch entstehen der Stadt erhebliche Mehrkosten, da im Rahmen der Bauarbeiten zusätzliche Maßnahmen an veralteten technischen Anlagen durchgeführt werden. Insgesamt wird inzwischen mit Sanierungskosten von rund 1,4 Millionen Euro gerechnet. Die neue Klimaanlage ist bereits öffentlich ausgeschrieben und soll zwischen Oktober und Dezember eingebaut werden.

Trotz der Schließung des Großen Hauses konnte der Kulturbetrieb größtenteils aufrechterhalten werden. Aufführungen der Brandenburger Symphoniker sowie weitere Veranstaltungen finden derzeit auf der Studiobühne oder an alternativen Spielstätten in der Stadt statt. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie unvorhergesehene Schadensereignisse an Kulturimmobilien nicht nur umfangreiche Sanierungsmaßnahmen auslösen, sondern zugleich die Chance bieten, überfällige technische Modernisierungen in die Instandsetzung zu integrieren und die Gebäude langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

von André Wirsing | erschienen am 06. August 2026 auf maz-online.de