Im November entscheidet eine Jury, welcher Architekt das Opernhaus am Wehrhahn bauen soll. Auf die Stadt kommt auch die Frage zu, was mit dem heutigen Gebäude an der Heine-Allee passieren soll. Dazu gibt es nun einen Vorschlag.
Der Düsseldorfer Architekt Jan Hinnerk Meyer plädiert dafür, das denkmalgeschützte Opernhaus langfristig als Standort für das Deutsche Foto-Institut (DFI) zu nutzen. Da das DFI ohnehin zunächst ein Provisorium benötige, könne dieses in der alten Oper auch für längere Zeit bestehen. Meyer, der den Standort Heinrich-Heine-Allee gut kennt und bereits an Wettbewerben für den Opernneubau beteiligt war, sieht in der Umnutzung eine städtebauliche Chance.
Sein Konzept sieht vor, die denkmalgeschützte Fassade zur Heinrich-Heine-Allee und das elegante Foyer weitgehend zu erhalten, während auf der Hofgartenseite ein moderner Neubau entstehen könnte. Spätere An- und Aufbauten, wie der Probensaal auf dem Dach, stünden zur Disposition. Lagerflächen könnten im Bühnenturm untergebracht werden, Ausstellungen wären im Zuschauerraum, im Bühnenraum oder im Orchestergraben möglich. Der Backstagebereich könnte zu Restaurierungswerkstätten umgebaut werden. Auch eine Gastronomie auf dem Dach hält Meyer für zeitgemäß.
Das Raumprogramm des DFI, aktuell von einer Umsetzungskommission konkretisiert, dürfte eine Bruttogeschossfläche von rund 12.500 Quadratmetern umfassen. Eventuell könnte auch ein zweiter kultureller Nutzer wie die Wim-Wenders-Stiftung einziehen, um das Angebot zu ergänzen.
Politisch ist die Zukunft des Gebäudes offen: Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) will sich noch nicht festlegen, während die SPD unter Markus Raub einen Verkauf an private Investoren kritisch sieht. Sie verweist auf die Bedeutung des Standorts und plädiert für den Verbleib in städtischem Eigentum. Über den künftigen Umgang mit der alten Oper soll in einem breit angelegten Entscheidungsprozess beraten werden.
Von Uwe-Jens Ruhnau | Erschienen am 08.08.2025 auf rp-online.de

