Pressespiegel

Royaler Aufstieg für Saint Joseph’s

By 10. Februar 2026Februar 11th, 2026No Comments
Besucherzentrum in Montreal von Lemay und Version Paysage

Mit rund zwei Millionen Gästen pro Jahr gilt die Saint Joseph’s Oratory of Mount Royal in Montreal als bestbesuchte Kirche Kanadas. Um den Besuchermassen auch künftig gerecht zu werden, gab das Erzbistum vor über zehn Jahren eine Neuordnung der öffentlichen Bereiche in Auftrag.

Die Architekturbüros Lemay und Version Paysage haben ein viergeschossiges Besucherzentrum realisiert, das behutsam in den steilen Hang des Mount Royal eingebettet ist. Der Neubau ordnet die Ankunft der Besucherinnen und Besucher neu und verbindet Architektur und Landschaft zu einer durchgängigen Abfolge von Wegen, Terrassen und Aufenthaltsorten mit weiten Blicken über die Stadt.

Das Gebäude dient als zentraler Anlaufpunkt für das Gelände. Im Erdgeschoss befinden sich Empfangs- und Servicebereiche, darüber sind ein Café, ein Shop sowie multifunktionale Räume untergebracht. Der Baukörper ist teilweise in das Gelände eingelassen, wodurch er trotz seiner Größe zurückhaltend wirkt. Ein markanter Turm mit Glockenspiel fungiert als Orientierungspunkt und nimmt zugleich Bezug auf die spirituelle Bedeutung des Ortes.

Gestalterisch prägen Fassaden aus mit Naturstein gefüllten Gabionen und großzügige Glasflächen das Erscheinungsbild. Die Materialwahl greift die Geologie des Ortes auf, während die Transparenz der Fassade Innen- und Außenräume visuell miteinander verbindet. Tageslicht spielt eine zentrale Rolle und sorgt in den öffentlichen Bereichen für eine offene, einladende Atmosphäre.

Das Besucherzentrum ist Teil eines übergeordneten Entwicklungsplans für Saint Joseph’s Oratory. Ziel ist es, Besucherströme besser zu lenken, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und zugleich den historischen und spirituellen Charakter des Ensembles zu bewahren. Mit dem Neubau erhält der bedeutende Wallfahrts- und Kulturort einen zeitgemäßen Zugang, der Landschaft, Architektur und Nutzung überzeugend miteinander verknüpft.

Erschienen am 10.02.2026 auf baunetz.de

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