„Wir freuen uns darauf!“ steht auf einem Container, mit dem der Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum über den geplanten Museumsneubau in Rostock informiert. Fest steht aber: Mit dem Bau geht es weiterhin nicht voran.
Die Standortfrage für das Archäologische Landesmuseum ist auch knapp zehn Jahre nach der Grundsatzentscheidung für Rostock weiterhin ungeklärt. Neben dem ursprünglich vorgesehenen Neubau am Stadthafen wird inzwischen insbesondere die sanierungsbedürftige „Societät“ als Alternative geprüft. Das Finanzministerium teilte mit, dass die Prüfung noch andauere und weder ein Termin für die Standortentscheidung noch für einen möglichen Baubeginn genannt werden könne.
Damit verschiebt sich auch der bisherige Zeitplan erneut. Die ursprünglich für 2025 angekündigte Landgewinnung am Stadthafen wird 2026 nicht mehr stattfinden. Auch innerhalb der Landesregierung wird nicht mehr mit einem Baubeginn in diesem Jahr gerechnet.
Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch die deutlich gestiegenen Kosten. Während 2021 noch mit insgesamt rund 55 Millionen Euro kalkuliert wurde, liegen die erwarteten Kosten inzwischen bei mindestens 85 Millionen Euro – mit weiter steigender Tendenz. Rostocker Kommunalpolitiker sprechen sich daher zunehmend für eine Prüfung der Societät aus. Auch Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sieht Vorteile in dem zentral gelegenen Gebäude, das durch einen modernen Erweiterungsbau zu einem Museumsstandort entwickelt werden könnte.
Die Stadt hält zugleich an ihrer bestehenden Vereinbarung mit dem Land fest und betont, dass die Entscheidung über den Standort und die weitere Umsetzung beim Land liege. Für den Freundeskreis ist das jahrelange Hin und Her zunehmend enttäuschend. Er verweist auf die zahlreichen archäologischen Funde des Landes, die bislang in Depots lagern und der Öffentlichkeit nicht dauerhaft zugänglich sind. Ein endgültiges Aus des Museums wäre aus Sicht des Vereins eine große vertane Chance.
von Axel Seitz | Erschienen am 07. August 2026 auf ndr.de

