Pressespiegel

Zum Teppich pilgern: Geplante Museumserweiterung von RSHP in Bayeux

By 29. Februar 2024März 1st, 2024No Comments

Im Norden der Normandie, nur wenige Kilometer entfernt von der Südküste des Ärmelkanals, liegt die kleine Gemeinde Bayeux. Deren mittelalterliche Kathedrale war jahrhundertelang der Aufbewahrungsort eines berühmten, fast siebzig Meter langen und rund 52 Zentimeter hohen, bestickten Wandteppichs. Das um 1070 entstandene Textilkunstwerk stellt in detaillierten Einzelszenen – sowohl in Bildern als auch in Textform – die Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm I. dar und gehört seit 2007 zum Unesco-Weltdokumentenerbe „Memory of the World“.

Der Teppich ist seit vierzig Jahren im Musée de la Tapisserie de Bayeux, in den Gebäuden eines ehemaligen Priesterseminars aus dem 17. Jahrhundert. Da nun sein Hauptwerk restauriert wird, soll auch das Museum saniert und erweitert werden. So soll ein Anbau entstehen, in dem der Teppich künftig präsentiert werden soll. Die Pläne des beauftragten Büros RSHP (London/Sydney/Paris) wurden Anfang Februar vorgestellt.

Dabei wird darauf gesetzt, dass der Anbau den klassizistischen Bestand zeitgenössisch ergänzt. Die historischen und neuen Strukturen sollen klar abgegrenzt bleiben. Sowohl im Inneren als auch an der äußeren Struktur lässt sich bereits ablesen, dass man sich am zentralen Ausstellungsstück des Teppichs orientieren will. Neben dem luftdicht abgeschlossenen Original soll es auch möglich sein, dass Besucherinnen und Besucher einzelne Sequenzen in einer 180 Grad-Panoramaansicht aus verschiedenen Perspektiven betrachten können. Die Ausstellungsgestaltung wird vom Atelier Brückner aus Stuttgart kommen, die eine „multisensorische Reise“ entwickeln wollen. Begonnen werden soll mit dem Bau 2025, 2027 zur Jahrtausendfeier der Geburt von Wilhelm dem Eroberer will man fertig sein.

Erschienen am 29.02.2024 auf baunetz.de

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