Hinter der goldenen Fassade der Berliner Philharmonie wächst seit Jahren der Sanierungsbedarf. Nun zeigt eine Machbarkeitsstudie erstmals, welche Dimension das Vorhaben erreichen könnte. Dabei geht es nicht nur um das berühmte Konzerthaus am Kulturforum.
Die Sanierung der denkmalgeschützten Philharmonie und des Kammermusiksaals soll ab 2032 beginnen und könnte bis 2040 dauern. Die Machbarkeitsstudie beziffert die Kosten für die Gebäude und eine mögliche Erweiterung auf rund 800 Millionen Euro. Erneuert werden müssen unter anderem Brandschutz, Klimatechnik, elektrische Anlagen und Sanitärleitungen. Auch Feuchtigkeitsschäden und die besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes erschweren die Arbeiten.
Für die voraussichtlich mehrjährige Schließung wird eine Interimsspielstätte benötigt. Als bevorzugte Möglichkeit gelten derzeit die Hangars 1 bis 3 des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Deren Herrichtung wird mit rund 353 Millionen Euro veranschlagt. Damit könnte das Gesamtprojekt ein Volumen von etwa 1,15 Milliarden Euro erreichen. Auch das ICC wurde als mögliche Alternative betrachtet; eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Der Bund hat im Rahmen des Hauptstadtfinanzierungsvertrags eine Beteiligung von maximal 225 Millionen Euro zugesagt. Voraussetzung ist ein abgestimmtes Sanierungskonzept. Während der Bauzeit sollen Philharmonie und Kammermusiksaal gleichzeitig geschlossen werden. Die Planungen für Finanzierung und Ersatzspielstätte sind noch nicht abgeschlossen.
Von Dajana Rubert | Erschienen am 01.10.2026 auf entwicklungsstadt.de

