Die Sanierung des Mainfranken Theaters in Würzburg wird immer teurer: Seit Baubeginn haben sich die Kosten mehr als verdreifacht, nach aktueller Prognose auf 242 Millionen Euro. Das belastet den Stadthaushalt und sorgt für Kritik.
Bei Baubeginn 2018 waren 71,6 Millionen Euro veranschlagt. Der Neubau des Theaters ist seit knapp drei Jahren in Betrieb, während der Altbau weiterhin saniert wird. Dort ist bislang lediglich der Rohbau fertig; mit einer Fertigstellung wird inzwischen frühestens 2030 gerechnet. Zu den Gründen für Verzögerungen und Kostensteigerungen zählen unter anderem Probleme bei Belüftung, Brandschutz und Fluchtwegen sowie der Wechsel des Architekturbüros. Das seit 2023 tätige neue Büro arbeitet weiterhin die Planungsunterlagen auf; die sogenannte Ausführungsplanung soll nun erst 2027 fertig werden.
Die hohen Mehrkosten treffen die Stadt in einer angespannten finanziellen Lage. Der Freistaat hatte ursprünglich zugesagt, 75 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen; von den nun erwarteten Mehrkosten könnten allerdings nur bestimmte Anteile förderfähig sein. Die Stadt bemüht sich zudem juristisch um Schadenersatz in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro von zwei Unternehmen, die an der Fachplanung für die Gebäudetechnik beteiligt waren. Eine Entscheidung in dem seit 2023 laufenden Verfahren ist derzeit nicht absehbar.
Von Pirmin Breninek und Carolin Hasenauer | Erschienen am 30.09.2026 auf br.de

