Nürnberg baut eine neue Spielstätte für seine Oper – am symbolträchtigen Ort in der Kongresshalle. Es wird wohl eine Dauerlösung. Die Zukunft des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz lässt Oberbürgermeister Marcus König offen. Die Frage habe aktuell keine Priorität. Staatsintendant Herzog spricht von einer Entscheidung, die weh tut.
Die Stadt setzt langfristig auf die neue Spielstätte in der Kongresshalle. Das ursprünglich als Ausweichquartier vorgesehene Haus soll voraussichtlich dauerhaft genutzt werden. Oberbürgermeister Marcus König erklärte, dass über die Zukunft des sanierungsbedürftigen historischen Opernhauses erst nach dem Umzug entschieden werden solle. In den kommenden 15 Jahren sei dort vermutlich nicht mit Veränderungen zu rechnen. Staatstheater-Intendant Jens-Daniel Herzog bedauerte diese Perspektive und verwies auf die Bedeutung des historischen Hauses für die kulturelle Identität Nürnbergs.
Die neue Spielstätte entsteht seit 2023 in einem unvollendeten NS-Bau auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Sie soll 800 Plätze bieten und bis 2028 fertiggestellt werden. Die Kosten sind mit 296 Millionen Euro veranschlagt. Da staatliche Fördermittel an eine mindestens 25-jährige Nutzung gebunden sind, spricht vieles für eine dauerhafte Zukunft des neuen Standorts.
Von Anna Fries | Erschienen am 28.10.2026 auf BR-KLASSIK

