Pressespiegel

Tiroler Landesmuseen: Schließung soll Öffnung bringen

By 21. Juni 2024Juni 27th, 2024No Comments

Die Tiroler Landesmuseen wollen die mit 1. Juli beginnende dreijährige Schließzeit des Haupthauses Ferdinandeum wegen des dortigen Umbaus dafür nutzen, um etwa mit zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum auch „Fast-Besucher“ und damit neue Zielgruppen anzuvisieren. Außerdem will man mit Kooperationen punkten und eine mobile Kleinausstellung realisieren. „Es ist eine Chance, um Experimente zu machen“, betonte Direktor Andreas Rudigier am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Das Ferdinandeum in Innsbruck wird ab Herbst einer umfassenden Renovierung unterzogen, die bis März 2027 abgeschlossen sein soll und 58,9 Millionen Euro kosten wird. Während der Schließung des Haupthauses bleiben alle anderen Häuser der Tiroler Landesmuseen uneingeschränkt geöffnet. Zudem wird das Ferdinandeum durch das Konzept „Ferdinandeum unterwegs“ weiterhin in der Museumslandschaft der Landeshauptstadt präsent sein. Eine Ausstellung namens „Begehbare Gedanken“ wird im Tiroler Volkskunstmuseum stattfinden, was Bewegung in die Entwicklung der weiteren Häuser bringen soll. Der Direktor Peter Assmann sprach von einem „Aufbruch zu neuen Ufern“ und betonte, dass das neue Ferdinandeum nach dem Umbau zusätzliche Chancen und eine bessere Orientierung für die Besucher bieten werde.

Vor Beginn des Umbaus steht jedoch noch die logistische Herausforderung der Baustelle mitten in der Stadt sowie die Übersiedlung der Bestände und der Bibliothek an. Der finale Countdown für diese Vorbereitungen läuft und wird mit einem „Fest zum Umbau“ vom 28. bis 30. Juni eingeleitet. In Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Kunstkollektiv „Gans anders“ sind eine Rauminstallation und ein fünfstündiges Musikprogramm geplant. Die Dauerausstellungen können letztmalig besichtigt werden, und es wird ein kostenfreies Führungsprogramm angeboten, bei dem Fragen zum Umbau beantwortet werden.

Nach dem Fest beginnt die komplexe Übersiedlung der Bibliothek und der Bestände, die seit über einem Jahr genau geplant wird. Der Leiter der Bibliothek, Roland Sila, betonte die sorgfältige Planung des Umzugs, während Laura Resenberg, Leiterin der Restaurierung, auf die Herausforderungen hinwies, die mit dem Ausräumen verbunden sind. So müsse beispielsweise das großformatige Gemälde „Das Kreuz“ von Albin Egger-Lienz abgebaut und aufgerollt werden, um es durch die Tür zu bekommen.

Erschienen am 21.06.2024 auf puls24.at

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