Augsburg steckt 131 Millionen Euro in Bauprojekte – trotzdem reicht das Geld nicht, um Schulen, Bäder und Brücken zügig zu sanieren. Was ist zu, was wird repariert – und was kostet es?
Undichte Turnhallen, marode Brücken und sanierungsbedürftige Kulturgebäude prägen die aktuelle Situation in Augsburg. Der Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden ist groß, während die finanziellen Spielräume der Stadt begrenzt sind. Neben rund 131 Millionen Euro, die 2026 für Baumaßnahmen vorgesehen sind, stehen zahlreiche weitere Projekte und dringende Instandhaltungen an.
Besonders umfangreich ist die Sanierung des Staatstheaters. Mit insgesamt rund 417 Millionen Euro ist sie das größte Bauprojekt der Stadt. Nach der Schließung des Großen Hauses wegen erheblicher Brandschutzmängel wird neben der Sanierung des bestehenden Gebäudes auch ein neuer Komplex mit Werkstätten, Verwaltung und einer kleinen Bühne errichtet. Die Fertigstellung von Großem und Kleinem Haus ist für 2030 vorgesehen.
Auch die Freilichtbühne ist seit Anfang des Jahres geschlossen. Grund sind erhebliche Mängel an der Zuschauertribüne. Wie hoch die Kosten für eine Sanierung ausfallen werden, ist noch offen; derzeit wird eine möglichst kostengünstige Lösung angestrebt. Der Perlachturm wird dagegen bereits umfassend saniert. Die Kosten belaufen sich inzwischen auf rund elf Millionen Euro, die Wiedereröffnung ist für 2028 vorgesehen.
Beim Haunstetter Hallenbad wurden während der eigentlich geplanten Reparaturen weitere gravierende Mängel festgestellt. Nachdem zunächst der marode Sprungturm im Mittelpunkt stand, soll dieser nun nicht wieder aufgebaut werden. Stattdessen ist ein neuer Sprungturm im Zuge des geplanten Neubaus des Spickelbads vorgesehen.
Auch Augsburgs Brücken sorgen zunehmend für Probleme. Die mehr als 60 Jahre alte MAN-Brücke ist teilweise gesperrt und kann derzeit nur eingeschränkt befahren werden. Zugleich besteht bei zahlreichen weiteren Bauwerken Sanierungs- und Prüfbedarf. Von insgesamt 660 Bauwerken wurden zuletzt nur 70 überprüft. Für externe Prüfungen und den laufenden Unterhalt sind bereits erhebliche Mittel erforderlich.
Besonders groß ist der Sanierungsbedarf an den 70 Augsburger Schulen. Geschlossene Turnhallen, undichte Dächer, veraltete Stromnetze und sanierungsbedürftige Toiletten sind nur einige der Probleme. Allein die Ertüchtigung der Schultoiletten würde nach Angaben der Stadt rund 18 Millionen Euro kosten. Die Stadtregierung plant deshalb, jährlich 50 Millionen Euro in die Schulen zu investieren; ein Sofortprogramm für die Toiletten soll kurzfristig Abhilfe schaffen.
Auch bedeutende Kulturdenkmäler sind betroffen. Im Schaezlerpalais verhindern Mängel am Dach größere Veranstaltungen im Rokoko-Innenhof, während die Katharinenkirche aufgrund baulicher Probleme geschlossen ist. Die Sanierung des Schaezlerpalais würde rund 4,4 Millionen Euro kosten. Der Artikel zeigt damit, wie groß die Herausforderung für Augsburg ist: Die Stadt muss zahlreiche öffentliche Gebäude und Infrastrukturen gleichzeitig erhalten und sanieren, verfügt dafür aber nur über begrenzte finanzielle Mittel.
von Nicole Prestle | erschienen am 17.08., aktualisiert am 22.08.2026 auf augsburger-allgemeine.de

